Archiv 2017

Interview mit Elke Stellbrink
Interwiev mit Elke Stellbrink zum Thema „ausgesetzte Meerschweinchen“

Die Information über 59 im Wald ausgesetzten Meerschweinchen ließ die Pfötchen sprachlos und wütend zurück. Um dieses unfassbare Ereigniss für die jungen Tierschützer etwas verständlicher zu machen, führten wir am am 01.07.2017 beim Pfötchenclub-Treffen ein Interview mit Elke Stellbrink, der ersten Vorsitzenden des Tierschutzverein Olpe e.V.

Wie waren deine Gefühle, als du das gesehen hast?

Sauer, frustriert, und ich brauchte mal eine Nacht, um darüber nachzudenken.

Tiere auszusetzen ist eine Sauerei!


Wie war deine erste Reaktion?

Info für die Presse und die sozialen Netzwerke erstellen, um viele Menschen an diesem Unrecht teilhaben zu lassen.


Wie oft kommen solche extremen Fälle vor?

Eine solche Menge an Tieren haben wir noch nie bekommen.


Hat man bereits einen Verdacht, wer der Täter sein könnte?

Es sind durchs Internet wieder viele Hinweise eingegangen, die nun geprüft werden. Ich bin optimistisch, dass wir den Täter/die Täter finden.

Wurde eine Anzeige gegen Unbekannt wegen Tieraussetzung gestellt?

Wenn der oder die Täter feststehen, erstattet der Tierschutzverein eine Anzeige wegen Verstoß gegen das Tierschutzgesetzes. Für das Aussetzen von Tieren drohen hohe Geldstrafen. Weiterhin werden wir alle anfallenden Kosten, die das Tierheim Olpe bis dahin mit den Meerschweinchen hatte, dem Täter/den Tätern in Rechnung stellen.


Waren die Tiere verletzt oder gab es tote Tiere?

Die Böckchen waren durch Rangkämpfe am Rücken verletzt. Sie wurden vom Tierarzt behandelt.


Gesundheitszustand?

Die Tiere waren nicht unterernährt, hatten aber Haarlinge und Bissverletzungen durch die Rangkämpfe. Aber die Zeit wird zeigen, was sich da noch entwickelt. Wir hoffen, dass das nicht der Fall ist.

Wie teuer ist die medizinische Versorgung? Kann sich das ein Tierschutzverein überhaupt leisten?

Nein, hier sind wir auf Spenden und die Unterstützung von Tierfreunden angewiesen.

Die Kosten für die vielen Kastrationen sind horrende. Und dann kommen noch die Kosten für Medizin dazu z.B. um die Haarlinge abzutöten, die als Ungeziefer auf den Meerschweinchen wohnen.

Waren verschieden Rassen dabei?

Außer Langhaar war alles dabei!

Wie waren die Geschlechter aufgeteilt? Waren trächtige Weibchen dabei?

Es waren 15 ausgewachsene Männchen. Welche Jungtiere noch männlich sind, dass weiß man noch nicht genau.

Die Weibchen sind vermutlich alle wieder trächtig. Lasst uns das mal hochrechnen!!!

Wenn jedes Weibchen “nur“ drei Junge bekommt, wären das bei 10 Weibchen 30 Jungtiere. Eine unvorstellbare Meerschweinchenflut.

Acht hochtragende Mütter haben wir schon festgestellt.

Wie können es so viele Schweine werden?

Das passiert, wenn man sich nicht mit seinen Tieren auskennt. Es sollte eigentlich selbstverständlich sein, dass man seine männlichen Tiere kastriert. Das ist dass, was der Tierschutz immer predigt. Kastration verhindert Tierleid!

Wo sind diese Meerschwein- Mengen untergekommen?

Teile der Tiere sind nach Burgholdinghausen zur Mehr-Schwein-Welt von Frau Elsner gegangen. Viele Böckchen sind beim Tierschutzverein Meinerzhagen „zwischen geparkt“. Diese gehen demnächst ans Tierheim Bonn zur endgültigen Vermittlung.

Und der Rest sitzt momentan bei uns.

Bei wem meldet man einen solchen Fund, wenn man ihn selbst einmal macht?

Auf jeden Fall die Polizei anrufen, die kennt die zuständigen Ordnungsbehörden. Somit ist eine ordentliche Unterbringung der Tiere gesichert.

Darf man die „Findlinge“ einfach behalten?

Nein. Man muss diesen Fund melden, denn die Tiere sind das Eigentum von jemand anderem.

Nach diesem Gespräch waren die Pfötchen nach wie vor wütend und sagten spontan ihr Hilfe zu. Sie finanzieren einenTeil der vielen noch unbekannten Kastrationen.

Dafür werden am 29.07.2017 ab 10.00 Uhr im Kaufland Siegen, Hagener Straße Waffeln gebacken.




Pfötchenclubtreffen 02.09.17

Giftködervortrag mit Andrea Nies

Heute hatte der Pfötchenclub Besuch von Andrea Nies. Andrea hat, nach dem tragischen Tod ihres Hundes durch Giftköder, ihre Hunde darauf trainiert keine Leckereien vom Boden aufzunehmen. Zuerst hat sie uns etwas zu ihrer Geschichte bzw. ihren Erfahrung erzählt, über Giftköder aufgeklärt und Fragen beantwortet. Danach sind alle Pfötchen mit Andrea und ihren Hunden -Giuli und Joker- in den Wald gegangen. Dort konnte man dann sehr gut beobachten wie ihre Hunde auf Leckerbissen, die auf dem Waldboden lagen, reagierten. Giuli zum Beispiel setzte sich vor die Leckerei und starrte diese die ganze Zeit an. Joker hingegen ignorierte die Nahrung eher bzw. schaute nur einmal kurz dahin. Es war sehr interessant zu beobachten. Nachdem die Hunde einige Streicheleinheiten hatten, sind wir noch eine kleine Runde mit unserem Besuch durch den Wald gegangen. Dabei haben wir uns über unsere eigenen Tiere bzw. Erfahrungen mit Tieren ausgetauscht. Dann war das Treffen auch schon wieder vorbei.