Aeltere Katze.... - Pfötchenclub-Olpe

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Marias Katzenwelt
Ältere Katze – na und?  

Gino

Es war der 29.Oktober 2003, als unser geliebter Kater Gino eingeschläfert werden musste. Er war erst 3 ½ Jahre alt. Während unserer Urlaubsreise hatte ich ihn in einer Katzenpension gut untergebracht, wie ich meinte. Als wir ihn abholten, war er schwer krank und es blieb uns nur die Möglichkeit ihn in Ruhe gehen zu lassen. Die Betreiberin hatte es nicht für nötig befunden, den Tierarzt zu konsultieren.
Ich war wütend, ich war unendlich traurig, ich wurde ernsthaft krank, konnte weder essen noch schlafen. Mit dieser Art und Weise des Verlustes konnte ich einfach nicht umgehen.
Nach ein paar Tagen aber beschloss ich meine reichlich vorhandene negative Energie zu nutzen. Warum diese nicht in positive Energie umkehren und in eine andere Katze investieren? Es gibt so viele Tiere, die ein gutes Zuhause brauchen, und bei uns ist alles vorhanden.

Tina

Mein Mann und ich fuhren ins Tierheim. Sofort musste ich wieder weinen, als ich die vielen Katzen sah.
Die Tierpflegerin führte uns zu einer schwarz/weißen Katze, die sich unter einer Decke versteckte. „Das ist Tina, unser Sorgenkind. Sie ist schon über 6 Jahre alt und bereits seit 8 Monaten hier, sehr scheu. Die Leute fragen alle nach Katzenbabies. Tinas Frauchen musste ins Pflegeheim umziehen. Wenn eine Katze es verdient hat, ein neues Zuhause zu finden, dann die Tina."
Mein Mann und ich wollten uns gar nicht mehr weiter umschauen. Wir nahmen die scheue Katze mit nach Hause und stellten fest, dass sie ganz schön propper war. Naja, wenn man auch den ganzen Tag bewegungslos unter einer Decke sitzt....
Das wird sich schon ändern.

Zu Hause

Die erste Zeit  war nicht so einfach. Tina verzog sich auf der Stelle unter das Sofa und glänzte vorwiegend durch Abwesenheit. Wollte ich mal nachschauen, ob sie noch dort war, musste ich auf dem Bauch herumrutschen, um kurz einen Blick auf sie zu werfen. Das ging einige Tage so weiter. Tina kam nur zum Essen hervor, wenn es abends im Haus ruhig war. Nach ein paar Tagen sprang sie mitten in der Nacht bei meinem Mann aufs Bett. „Jetzt hat sie wohl begriffen, dass sie hier willkommen ist". Das dauert halt bei älteren Tieren ein wenig länger, das weiß man ja. Wir legten ihr eine grüne Decke ans Fußende, falls sie wieder kommen möchte. Und sie kam. Jede Nacht. Dachte wohl, dann sehen wir sie nicht.
Ganz langsam wurde die Katze ein wenig zutraulicher, was nicht heißt, dass sie sich streicheln oder gar auf den Arm nehmen ließ.
Was ich aber sehr schön fand, war doch ihre zunehmende Präsenz. Tina war jetzt immer in meiner Nähe. Wenn ich sie nicht sehen konnte und sie bei ihrem Namen rief, kam immer von irgendwoher ein „Miau". Meistens hatte sie sich dann irgendwo eine Höhle gebaut.
Wir richteten ihr im Haus diverse Schlafplätze ein, die sie gerne annahm, denn Tina schlief und schläft viel.

Die Sache mit dem Klo

Auch um die hygienischen Bedürfnisse der Katze hatten wir uns ausreichend Gedanken gemacht. Wir stellten das Klo unter der Treppe auf, wo sie meiner Meinung nach die meiste Ruhe hatte, um ihr Geschäft ungestört zu erledigen. Das tat sie auch,........meistens. Jedoch hatte sie die Angewohnheit nach Erledigung des großen Geschäfts panikartig den Ort des Gestanks zu verlassen, ohne sich um die korrekte Vergrabung zu kümmern. Das stank uns gewaltig, im wahrsten Sinne des Wortes. Sie hatte auch weder Hemmungen noch irgendwelches Schuldbewusstsein, den weichen Teppich im Bad zu benutzen, wenn gerade die Tür günstig offen stand. Wir stellten die unterschiedlichsten Überlegungen an: Will sie uns bestrafen? Wenn ja, wofür? Ist der Standort des Klos nicht genehm? Ist das Klo nicht sauber genug? Kaufen wir die falsche Einstreu? Kurz und gut, wir haben alles geändert und uns weiterhin den Kopf zerbrochen. Ihr Verhalten änderte sich jedenfalls nicht. Tina nutzte ab und zu weiter günstige Gelegenheiten, um ihr Geschäft an verbotenen Orten zu erledigen und Verscharren kam erst recht nicht in Frage.
Eines Tages kam der Anstreicher und das Klo musste an anderen Ort gebracht werden. Ich stellte es vorübergehend ins Badezimmer. Das fand sie gut. Ich probierte die 10. Sorte Katzenstreu. Bingo, das war jetzt die optimale Kombination! Diese wunderbare Streu lässt sich problemlos auch bis in die hinterste Ecke des Badezimmers verteilen. Immerhin haben wir das Problem schon nach 6 Jahren in den Griff bekommen.

Die zweite Hand

Ich erwähnte es schon. Mit dem Streicheln war das so eine Sache. Nach einigen Wochen war sie bereit, sich aus einer sicheren Distanz streicheln zu lassen. Aber nur mit einer Hand. Kam die zweite Hand dazu, um sie mal richtig zu knuddeln, wurde sie ganz steif und ergriff auf schnellstem Wege die Flucht.
Diese Eigenart hat sie sich aber nach etwa 3 Jahren bei uns abgewöhnt. Sie genießt jetzt beidhändige Streichelein-heiten.
Zu erwähnen ist auch noch, dass Tina sich um nichts auf der Welt und von niemandem auf den Arm nehmen ließ.
Ich habe es nach 4 Jahren geschafft, aber nur ich! Wenn sie gemütlich auf einem ihrer Schlafplätze liegt, kann ich sie manchmal mit einem kurzen Protestschrei ihrerseits auf den Arm nehmen. Dann gehe ich mit ihr im Wohnzimmer herum und flüstere ihr ins Ohr, was sie mit wohligem Schnurren quittiert. Nach längstens 2 Minuten aber springt sie wieder in ihren Korb. Keiner weiß, welches Trauma sie  vielleicht in ihrem früheren Zuhause erlebt hat.
Nach ganzen 6 Jahren hat diese Katze sich von ganz alleine für eine Minute auf meinen Schoß gesetzt, während ich in einem Buch las. Mann, war ich stolz, habe mich keinen Zentimeter gerührt.

Thunfisch und Tierarzt

Sie können sich bestimmt denken, was nun kommt? Wie schaffe ich die Katze zum Tierarzt, wenn ich sie nicht einfangen kann? Ich habe mehrere Tage nachgedacht und auch mit der Tierärztin telefoniert, wie wir es am besten machen. Dann hatten wir die Lösung. Tina liebt Thunfisch über alles. Also habe ich eine winzige Portion davon in ihr Lieblingskörbchen gestellt. Es hat funktioniert. Ich konnte den Korb schließen und die Katze zur Ärztin bringen, wo sie unter Narkose von 4 faulen Zähnen befeit wurde. Danach ging es ihr super.
2 Jahre später versuchte ich abermals den Thunfischtrick, weil die Katze ja schließlich noch mal geimpft und auch general überholt werden musste. Es hat nicht geklappt. Genau eine Woche lang habe ich es versucht. Dann habe ich sie im Schlaf überrascht. Mein Sohn hat den Korb genommen und wir sind schnell zur Tierärztin gefahren. Tina hat fürcht erregend geschrieen. Das steigerte sich, als sie aus ihrem Korb aussteigen sollte. Solche grässlichen Stimmen habe ich noch nie bei einer Katze gehört. Schnellstens wurde sie versorgt, bis ich einen unangenehmen Geruch wahrnahm.
Aus purer Angst und Verzweiflung hatte meine Katze auf den Tisch gek..... Jetzt aber schleunigst nach Hause mit ihr. Das mache ich nie wieder. Falls ein Tierarztbesuch unerlässlich ist, muss die Ärztin zu uns nach Hause kommen. Tina ist 13 Jahre alt, seit über 6 Jahren bei uns und total fit. Seit dieser Aktion meidet sie ihren Tragekorb konsequent.

Spezielle Macken

Viele Eigenheiten haben sich im Laufe unseres Zusammenlebens schon entschärft. Eine ist geblieben. Wenn es an der Haustür klingelt, ergreift die Katze die Flucht nach oben. Sie rechnet immer mit irgendeinem bösen Feind. Es könnte ja wieder der Handwerker mit der durchdringenden Stimme sein, den sie verabscheut.
Ebenso wenig mag sie, wenn ich mal einen Hund für kurze Zeit mit nach Hause bringe oder den Versuch mache, sie mit einem Artgenossen zu vergesellschaften. (Aber das ist eine andere Geschichte) Dann hinterlässt sie uns eine übel riechende Bestrafung, möglichst mitten im Zimmer.

Fazit

Trotz all dieser kleinen Macken würde ich immer wieder eine ältere Katze vom Tierschutz bevorzugen. Erstens ziehen sie im Konkurrenzverfahren mit Jungtieren den Kürzeren. Zweitens bleiben die Gardinen, die Dekorationsgegenstände und die Möbel relativ heil, meistens..........
Es ist so, je älter ein Tier, desto ausgeprägter sind auch seine Eigenheiten. Ist doch bei uns Menschen ganz genau so.
Wir lieben unsere Katze, die jetzt 13 Jahre alt ist so wie sie ist und wir dürfen weiterhin bei ihr wohnen, und das hoffentlich noch recht lange.
Abends, wenn wir zu Bett gehen, kommt sie selbstverständlich mit, legt sich auf ihre grüne Decke (darauf besteht sie) zwischen uns und putzt abwechselnd unsere Hände mit, als wäre es das Normalste von der Welt.

Ach ja, sie wollten noch ein Foto von mir und Tina, also wir beide auf einem Bild.
Eine Woche lang haben wir jeden Abend eine Stunde geübt. Ich habe mich fein angezogen und geschminkt. Peter, mein Mann hat sich mit der Kamera in Position begeben. Am sechsten Abend, habe ich es geschafft, sie eine Minute lang auf den Arm zu nehmen. Geht doch!!!!!
 
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